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Klaus Münstermann Verlag

pdfIntensivpädagogische Lebensgemeinschaft lux

Leistungsangebot und -beschreibung als PDF-Datei.


Intensivpädagogische Lebensgemeinschaft lux

Leistungsangebot nach § 78b Abs. 1 Nr. 1 SGB VIII

Träger:

Kinder- und Jugendhilfe tibb
Prof. Dr. Klaus Münstermann

Name der Einrichtung:

igel-häuser

Verwaltung:

Osnabrücker Straße 125, 49477 Ibbenbüren
Telefon: 05451/89408-0
Telefax: 05451/89408-200

Kurzbeschreibung der Gesamteinrichtung

1. Stammdaten

igel-Häuser
Selhofer Weg 58, 49324 Melle
05451/89408-0
05451/89408-200
info@igel-haeuser.de
www.igel-haeuser.de

2. Benennung aller Leistungsangebote im Rahmen der Jugendhilfe, jeweils mit Bezeichnung/Name des Angebotes

  • Intensivpädagogische Lebensgemeinschaft camino
  • Intensivpädagogische Lebensgemeinschaft legato
  • Intensivpädagogische Lebensgemeinschaft lux
  • Sozialpädagogische Lebensgemeinschaft nido

3. Organigramm

4. Grundsätzliches Selbstverständnis/Leitbild der Gesamteinrichtung

Ein „igel-haus“ ist gerade in der kalten Jahreszeit ein warmes Zuhause für die stacheligen Gäste in unseren Gärten. Es bietet Ruhe für den Winterschlaf und schützt den Igel vor Wind und Wetter.
Auch unsere igel-häuser bieten Schutzraum, allerdings nicht für Igel, sondern für Kinder und Jugendliche, die aufgrund komplexer Problemlagen intensive Zuwendung in einem entwicklungsfördernden Lebensumfeld außerhalb der Familie benötigen. „i-ge-l“ das steht für intensiv gemeinsam leben, wobei sich jedes Mitglied einer Lebensgemeinschaft bzw. Wohngruppe auch mal zurückziehen kann. Gerade für traumatisierte Kinder ist es wichtig, sich gegenüber der Außenwelt zu schützen. Deshalb ist es für unsere Kinder in igel-häusern wichtig, die eigenen Stachel „ausfahren“ zu dürfen.

Dieses Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche, die mit dem intensiven eindeutig familiären Beziehungsangebot in einer Erziehungsstelle noch überfordert sind, aber dennoch von einer kleinen Gruppengröße und festen Bezugspersonen profitieren können.

Die igel-häuser sind ein Angebot der stationären Erziehungshilfe in der privaten Trägerschaft von Prof. Dr. Klaus Münstermann in Form von Intensivpädagogischen Lebensgemeinschaften nach § 34, § 35a und § 41 SGB VIII.

Jedem igel-haus liegt ein individuelles Leistungsangebot zu Grunde. Sie unterscheiden sich in der fachlichen Ausrichtung und den methodischen Grundlagen, die sich an der jeweiligen Zielgruppe orientieren. Allen gemeinsam ist das Ziel, den Kindern und Jugendlichen in der Bewältigung ihrer speziellen Entwicklungsaufgaben und dem damit verbundenen Selbstfindungsprozess größtmögliche pädagogische und therapeutische Unterstützung zu bieten. So können sich die eigenen Bewältigungspotentiale entfalten.

Folgende Leitbilder dienen dem Zusammenleben und der pädagogischen Arbeit als Grundlage:

  • Offenheit, Ehrlichkeit und gegenseitiges Vertrauen bestimmen das Miteinander in unserer Einrichtung. In allem, was wir tun, zeigen wir Bereitschaft zum eigenverantwortlichen und selbstreflektierten Handeln
  • grundsätzliche Akzeptanz und Wertschätzung eines jeden Menschen
  • Annahme des Kindes mit seiner persönlichen Biographie
  • grundsätzliche Wertschätzung gegenüber der Herkunftsfamilie
  • Bereitstellung eines Lebensraumes, der sich auch bzw. vor allem in schwierigen Lebenssituationen an den individuellen Bedürfnissen der Kinder orientiert
  • Ermunterung zu einer lebensbejahenden Einstellung und Lebensfreude
  • Ermöglichung eines erfüllten und selbstbestimmten Lebens
  • Versicherung gegenüber dem Kind, dass seine Reaktionen begreiflich, psycho-physiologisch und reversibel sind und nicht Indikatoren für unzureichende Wirklichkeitsüberprüfung und weiter bestehender Psychopathologie („Normale Reaktion auf unnormale Situation“!)
  • Initiieren von Korrektur traumabezogener Erwartungen bereits in der Aufnahmephase („Warum bin ich hier?“, „Welchen Sinn hat die Trennung von Zuhause?“, „Was möchte ich für mein Leben?“, „Wie kann ich hier profitieren und welche Ziele habe ich für die Zeit der Jugendhilfe?“, „Welche Regeln, Partizipation usw. gibt es hier?“)
  • liebevolle Annahme seitens der Erziehenden und ein durch freudiges Erleben gekennzeichnetes Miteinander
  • verstehendes und authentisches Verhalten der erziehenden Fachkräfte
  • respektvolle Haltung gegenüber Natur und Umwelt und der darin lebenden Menschen und Tiere
  • Unterstützung des Kindes bei seiner religiösen Orientierung
  • Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse in Bezug auf die Problematik der Schutzbefohlenen durch in- und externe Fortbildungen sowie Studium der Fachliteratur

I. Benennung und Beschreibung des einzelnen Leistungsangebotes

1.    Name des Angebotes

Intensivpädagogische Lebensgemeinschaft lux

2.    Standort des Angebotes

Der Ort X gehört zur Samtgemeinde X. Die Gemeinde liegt im Landkreis X in Niedersachsen nahe X und hat zur Zeit ca. 1700 Einwohner.

X ist etwa 32 Kilometer von X, 90 Kilometer von X und 13 Kilometer von der Kreisstadt X entfernt. Die Umgebung des Ortes ist durch Moor, Wald und die Flussniederungen von X und X geprägt. Die Bundesstraße X führt durch den Ort X, die Anschlussstelle X an der A1 liegt etwa zwei Kilometer vom Ort entfernt. Seit dem 1. April 2010 verfügt die Samtgemeinde X über einen ehrenamtlich betriebenen Bürgerbus, der die Ortsteile miteinander verbindet.

Die Samtgemeinde X unterhält Grundschulen in den Mitgliedsgemeinden X und X sowie zwei Grundschulen in X. In X gibt es darüber hinaus noch die Oberschule sowie seit dem Schuljahr 2004/2005 das Mittelstufengymnasium, das im Schuljahr 2009/2010 um eine Oberstufe erweitert wurde.
Darüber hinaus befindet sich im 6 km entfernten X eine freie Rudolf-Steiner-Schule. Im 13 km entfernten Rotenburg X befinden sich weitere Förderschulen und eine Montessori-Grundschule.

3.    Rechtsgrundlage für die Aufnahme nach SGB VIII

Rechtsgrundlage für die Aufnahme der Kinder ist in der Regel § 34 SGB VIII.
Bei Veränderung nach § 35a oder § 41 SGB VIII erfolgt die Anpassung der Betriebserlaubnis.

4.    Personenkreis/Zielgruppe

Alter
Das Aufnahmealter liegt in der Regel zwischen 8 und 14 Jahren.

Geschlecht
Die Aufnahme ist auf Jungen beschränkt.

Aufnahme- und Ausschlusskriterien

Wir befassen uns grundsätzlich mit jeder Anfrage und achten auf eine mögliche Passung der Kinder. Das Einverständnis und der Kooperationswille der Eltern ist erwünscht, jedoch nicht Voraussetzung.

Die Aufenthaltsdauer richtet sich nach dem individuellen Entwicklungsprozess und den erreichbaren Erziehungszielen des Kindes. Die IPL lux ist auf Grund des eventuell jungen Aufnahmealters darauf ausgelegt eine mehrjährige Aufenthaltsdauer zu ermöglichen.

Die intensivpädagogische Lebensgemeinschaft lux ist nicht geeignet für Kinder mit extremer körperlicher und geistiger Behinderung; die das Leib und Leben der in der Lebensgemeinschaft wohnenden Kinder und Erwachsenen akut gefährden.

Einzugsbereich ist das gesamte Bundesgebiet, insbesondere Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen.

Benennung der Zielgruppe
Das Angebot der IPL camino eignet sich insbesondere für Kinder mit folgenden Indikatoren:

  • frühkindliche Traumatisierung
  • physische, psychische und emotionale Verwahrlosung und Vernachlässigung
  • physische und psychische Gewalterfahrung
  • Verhaltensauffälligkeiten
  • Entwicklungsverzögerung
5.    Platzzahl des gesamten Angebotes mit Trennung nach den Gruppen eines Leistungsangebotes

Die Intensivpädagogische Lebensgemeinschaft lux verfügt über 3 Plätze.

6.    Allgemeine mit der Leistung verbundene Ziele

Leitziele gemäß SGB VIII

  • Angebot einer auf längere Zeit angelegten Lebensform ggf. bis zur Verselbstständigung bzw. Rückkehr in die Herkunftsfamilie oder dem Anschluss einer weiterführenden Hilfemaßnahme. Die Verselbstständigung wird von den MitarbeiterInnen der IPL lux vorbereitet und eingeleitet. Den Jugendlichen werden alle wichtigen alltagspraktischen Grundlagen (wie z. B. Haushaltsführung, Umgang mit Geld, selbstständige Durchführung von Behördengängen) vermittelt. Die Mitarbeiter unterstützen die Jugendlichen darüber hinaus bei der Wohnraum- und Arbeitsplatzsuche, um sie mit Vollendung des 18. Lebensjahres, in Einzelfällen auch darüber hinaus, in die Verselbstständigung zu entlassen.


Leitziele bezogen auf die Zielgruppe
Aus der Erfahrung heraus, dass für manche Kinder und Jugendliche bestehende Betreuungs-angebote aufgrund ihrer Verhaltensauffälligkeiten und Bedürftigkeit nicht ausreichen und Angebote mit einem besonderen erlebnispädagogischen Konzept für Jungen nur selten angeboten werden, stellen wir mit der IPL lux ein neu konzipiertes Betreuungsangebot der Kinder- und Jugendhilfe tibb vor. Es hat das Ziel, Jungen ab dem 8. Lebensjahr in der Bewältigung ihrer Entwicklungsaufgaben und bei dem damit verbundenen männlichen Selbstfindungsprozess zu unterstützen. Dazu gehört es, „Erlebnisräume“ zu schaffen, in denen Jungen die Möglichkeit haben, sich aktiv zu erleben, Erfolge zu feiern und Verbindlichkeiten einzugehen. Daneben gibt es Erfahrungsräume, in denen die Jungen auch lernen können, Entspannung zu finden und zur Ruhe zu kommen.

Der Grundgedanke unseres Projektes ist, dass Jungen bei ihrer Identitätssuche häufig auf männliche Vorbilder verzichten müssen und die Anforderungen ein „richtiger Mann“ zu werden, unklar und durch viele Irritationen, Fragen und Unsicherheiten begleitet sind. Wir möchten Jungen die Möglichkeit bieten, sich durch vielfältige Alltagserlebnisse, durch Nachahmung und Identifikation mit den männlichen Bezugspersonen dieser Herausforderung zu stellen und an der eigenen männlichen Rolle zu arbeiten.

So gibt es ein von den Pädagogen des Teams klar strukturiertes Angebot an unterschiedlichen Aktivitäten und Projekten an jedem Tag in der Woche, in dessen Gestaltung die Jungen prozesshaft einbezogen werden. Partizipation und Autonomie ist das Leitziel bei der täglichen Auseinandersetzung über die Bewältigung der Herausforderungen. Wir gehen davon aus, dass gemeinsame Projekte das Selbstbewusstsein stärken, ein Gemeinschaftsgefühl erzeugen und den Jungen dabei helfen können, ihre eigene männliche Identität zu entwickeln.

Unser Ziel ist es, den Jungen in vielfältiger und abenteuerlicher Weise durch präsente Männer die individuelle Hilfestellung anzubieten, die sie für ihre männliche Entwicklung und Auseinandersetzung mit dieser Rolle benötigen. Wir möchten den Jungen die Vielfalt dieser männlichen Welt zeigen und sie mit dem Wunsch begleiten, dass sie Alternativen kennenlernen und damit weniger auf ihre bisherigen Lösungsversuche z. B. in Form sexistischer und aggressiver „Macker-„handlungen zurückgreifen müssen. Dass sie Situationen erleben und gestalten, in denen sie ohne Gesichtsverlust verbindlich, offen und emotional sein können, in denen sie zur Ruhe und zur Aktion kommen, Nähe erleben und Grenzen akzeptieren wie auch eigene Grenzen erweitern lernen.

Diese Neugestaltung ist die Herausforderung und Aufgabenstellung dieses Jungenprojektes, der wir uns aus Überzeugung und aus der Erfahrung heraus, dass ein aktionsreicher Alltag vor allem auch Freude macht, stellen wollen.

Die weiteren Leitziele sind:

  • Schutz vor erneuter Traumatisierung
  • Abbau von Hemmungen, Ängsten, Aggressionen und sonstiger Verhaltensauffälligkeiten
  • Bewältigung bzw. angemessener Umgang mit traumatischen Erfahrungen und damit verbundener Entwicklung von Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Schaffung entwicklungsfördernder Bedingungen, Minderung psychosozialer Belastungen,
  • Förderung des Wohlbefindens
  • Entwicklung und Förderung von konstruktivem (Konflikt-) Verhalten
  • Erwerb von Kommunikationskompetenzen
  • konkretisierende Selbst- und Fremdwahrnehmung (Reflexion)
  • Abbau oder zumindest Verringerung von Lernstörungen
  • gezielter Umgang mit Bildungsangeboten (Wissensmanagement),
  • Erwerb altersangemessener Fähigkeiten zur eigenverantwortlichen Freizeitgestaltung
  • Erweiterung sozialer Kompetenzen
  • Unterstützung bei der Identitätsfindung
  • respektvoller und behutsamer Umgang mit Mensch, Tier und Umwelt

Ästhetik beinhaltet nicht nur, Schönheit zu genießen, sondern auch selbst Schönes zu schaffen. Im Betreuerteam sind große Motivation und Kompetenz vereint, um gemeinsam mit den Jungen einen Wohnbereich zu schaffen, der nicht nur idyllisch gelegen ist, sondern auch ein heimatliches Innenleben hat. Hell und zugleich bergend soll die Atmosphäre sein, die den jugendlichen Bewohner als eine überschaubare Heimwelt umgibt. Daran sollen die jungen Bewohner paradigmatisch eine neue kulturelle, ästhetische Lebensform lernen, denn die Wohnräume ihrer Herkunftsfamilien und teilweise auch ihre Zimmer in den stationären Wohnbereichen sind oft wenig oder gar nicht ästhetisch gestaltet. Die Einrichtung prägt die Atmosphäre des Raumes und diese ihrerseits das Verhalten der Bewohner.

Bildung bedeutet zunächst zu unterscheiden zwischen formaler Bildung, die aus Bildungsabschlüssen besteht und non-formaler Bildung, die schichtentunabhängig ist und gemessen werden kann am Grad der Interessiertheit. Während das Schul–Lernen überwiegend formal abstrakt und rational ist und eine Überfülle von Wissen anbietet in Regelmäßigkeit und Langzeitbeeinflussung, ist das Lebens-Lernen zwar auch rational, aber doch vorrangig emotional, sozial, werteorientiert und alltagsweltlich. Ganz konkret kann das heißen, dass es neben den formalen Bildungsaufgaben wie Schule und Hausaufgaben im Miteinander auch Zeiten gibt, in denen alltagweltliche Bildung als Lebens-Lernen eingeübt wird. Dies schließt die Fähigkeit ein, Alltagshandlungen zu bewältigen, wie Kochen, Flicken, Bügeln, Haushalt organisieren, Haustiere versorgen, ästhetische Gestaltung des Zimmers und des Wohnbereiches, Einüben in soziale Rede- und Verhaltensformen usw..

Wertevermittlung. Besonders durch den Zwang zur Individualisierung und dem Verlust tradierter Wertesicherheit werden Jugendliche bei ihrer Orientierungssuche verunsichert oder sogar allein gelassen. Darum ist es wichtig in der Jugendarbeit Werte zu vermitteln. Der zentrale Wert ist in unserer Gesellschaft die Menschenwürde. Sie kommt jedem zu, nicht nur den Einheimischen. Sie wird entfaltet und geschützt durch die Bürger; aber auch durch die demokratischen Gleichheitsrechte, die liberalen Freiheitsrechte und die sozialen Leistungsrechte. Sie werden durch den demokratischen, liberalen, rechtstaatlichen und sozialen Bundesstaat geschützt und durchgesetzt. Menschenwürde und Menschenrechte müssen jedem Jugendlichen vermittelt werden. Der Lebensstil kann von jedem Jugendlichen selbst gefunden werden, aber die Grundwerte unserer Gesellschaft, die identisch sind mit denen der Weltgesellschaft, besitzen verpflichtenden Charakter.

7.    Fachliche Ausrichtung der Leistung und angewandte Methodik

kurze Beschreibung der fachlichen Ausrichtung

  • Sozialpädagogik
  • Jungenpädagogische Ausrichtung

Benennung der in der Hauptsache angewandten Methoden in Bezug zur Zielgruppe
Der Grundgedanke der IPL lux ist ein zunächst von den Erwachsenen klar strukturiertes Angebot an unterschiedlichen Aktivitäten und Projekten an jedem Tag in der Woche. Aus der Erfahrung heraus, dass im pädagogischen Alltag der Jugendhilfe oftmals reaktiv auf Bedürfnisse und Forderungen der Kinder und Jugendlichen eingegangen wird, machen wir den Jungen ein Angebot, für das sie sich freiwillig entscheiden können. So gibt es die Möglichkeit an einem Tagesprojekt teilzunehmen oder im häuslichen Bereich anderweitig aktiv zu werden.

Neben erlebnispädagogischen-, Sport-, und alltagspraktischen Projekten sind hier zudem handwerkliche und kunsthandwerkliche Projekte geplant.

Erlebnispädagogische Projekte

  • Camping/Selbstversorgung
  • Wanderungen
  • Klettern
  • Selbsterfahrung/Grenzerfahrungen

Gemeinsame Arbeitsaktionen

  • Leichtere Renovierungsarbeiten
  • Planung, Entwurf und Errichtung eines Bauwagens
  • Werkstatt
  • Reparatur und Pflege von Fahrrädern

Alltagspraktische Projekte

  • Haushalt
  • Gartenarbeiten/Gemüsegarten
  • Kochen und backen für die Gruppe
  • Häusliche Tätigkeiten

Praktisch gibt es neben den methodischen Grundlagen immer auch Zeiten im Miteinander in denen

  • Termine anstehen (z.B. Ärzte, Schule, Therapie, Jugendamt usw.), Gespräche und Gruppensitzungen geplant sind
  • Arbeiten im Haushalt und im Garten anliegen
  • Unterschiedliche Medien und kulturelle Angebote genutzt werden
  • Besondere Projekte gemeinsam geplant und durchgeführt werden

In diesem Miteinander gibt es für die Jungen Bezugs- oder Vertrauenspersonen, die sich um alle persönlichen Angelegenheiten kümmern und sich um Aufbau und Pflege des persönlichen Netzwerks bemühen.
Unterstützend wirken hierbei auch mehrere Katzen, die im Sinne einer tiergestützten Pädagogik im Haus leben.

8.    Grundleistungen
8.1.    Gruppenbezogene Leistungen

Aufnahmeverfahren
Wir befassen uns grundsätzlich mit jeder Anfrage und achten auf eine mögliche Passung der Kinder. Das Einverständnis und der Kooperationswille der Eltern ist erwünscht, jedoch nicht Voraussetzung.

Hilfeplanung
Die Einrichtung erstellt für das jeweilige Hilfeplangespräch nach § 36 SGB VIII einen schriftlichen Kurzbericht, aus dem Aussagen über die Entwicklung des Kindes zu entnehmen sind. In Absprache mit dem zuständigen Träger der Jugendhilfe werden alle Betroffenen zum vereinbarten Termin des Hilfeplangespräches eingeladen. Das betreffende Kind wird seinem Alter entsprechend in die Hilfeplanung einbezogen, d.h. es formuliert mit Unterstützung seine Wünsche und Bedürfnisse und soll gegebenenfalls auch persönlich am Hilfeplangespräch teilnehmen.

Erziehungsplanung
Die Hausleiter der IPL lux übernimmt die Verantwortung für die Umsetzung der im Hilfeplan genannten Ziele und dokumentiert die Entwicklung der Kinder in Bezug auf diese regelmäßig in Form von Entwicklungsberichten.

Alltagsgestaltung (Regel-Tagesablauf)
morgens
Das hauptamtliche Personal, in der Regel die Hausleiterin, begleitet das Aufstehen, die Morgentoilette sowie das Anziehen. Nach dem gemeinsamen Frühstück erfolgt der Besuch des Kindergartens bzw. der Schule. Am Vormittag werden alle anfallenden Aufgaben (z. B. Dokumentation, Verwaltung, Terminorganisation, Einkäufe, hauswirtschaftliche Tätigkeiten) erledigt.

mittags
Das Mittagessen wird vorbereitet und die Kinder aus dem Kindergarten bzw. der Schule abgeholt. Nach dem gemeinsamen Mittagessen besteht die Möglichkeit einer kurzen Ruhephase für die Kinder. Im Anschluss daran steht bei den schulpflichtigen Kindern die Hausaufgabenbetreuung im Vordergrund.

nachmittags
Wenn erforderlich werden Arzt- und Therapiebesuche in den Nachmittagsstunden durchgeführt. Die Freizeitgestaltung der Kinder folgt ihren individuellen Interessen und Bedürfnissen.

abends
Das Abendessen wird gemeinsam vorbereitet und findet mit allen Mitgliedern der Lebensgemeinschaft statt. Der Tag kann zusammen reflektiert, Alltagsgeschichten ausgetauscht und Pläne gemacht werden. Den restlichen Abend haben die Kinder zur freien Gestaltung (z. B. Spielen, Lesen,…).
Im Anschluss wird die Abendtoilette von den Mitarbeitern begleitet. Ein festes Zubettgeh-Ritual (Vorlesen, Kuscheleinheiten etc.) rundet den Tag ab und bietet noch einmal die Möglichkeit die 1:1-Situation für Gespräche zu nutzen.

Förderung der Persönlichkeitsentwicklung durch spezifische Angebote im Rahmen der Grundleistung in den Bereichen
Bei der altersgemäßen Förderung der Persönlichkeitsentwicklung findet immer auch der emotionale Entwicklungsstand des Kindes / des Jugendlichen Berücksichtigung.

  • Sozialkompetenzen (u. a. Konfliktfähigkeit)
    • Kompetenzerweiterung durch Förder-, Rollen-, Gesellschafts- und Einzelspiele
    • regelmäßige Reflexionsgespräche in der Gruppe und im Einzelkontakt zur Erhöhung der Frustrationstoleranz und Kritik- und Konfliktfähigkeit, Förderung der Kontaktfähigkeit u.a.
  • Kulturtechniken
    • Einsatz von medienkompetenzfördernden Unterhaltungsmedien wie gewaltfreie Filme, Literatur, Computerspiele u.ä. sowie Besuch von kulturellen Veranstaltungen
    • Nutzung externer örtlicher Ressourcen (z. B. Museen, Ausstellungen)
  • motorische Fähigkeiten
    • Wahrnehmungs- und Sinnesförderung durch kreative Angebote und Freizeitpädagogik (z. B. Sport, Werken, Malen, Spielen etc.)
    • Nutzung externer örtlicher Ressourcen (z. B. Spielplatz, Sport- und Freizeitangeboten, (Rad-) Wanderwege)
  • lebenspraktische Fähigkeiten
    • eigenverantwortliche Übernahme von angemessenen Aufgaben im Haushalt durch das Kind
  • Sonstiges
    • Zusammenarbeit mit der KJP-Rotenburg (Wümme) und dem Traumapädagogischen Institut Norddeutschland (train) in Form von Fachberatungen und Weiterbildungen.

Gesundheitliche Vorsorge/medizinische Betreuung
Die Durchführung von regelmäßigen Kontrolluntersuchungen bei Ärzten und Fachärzten, in allen medizinisch relevanten Bereichen, wird durch das hauptamtliche Personal sichergestellt und begleitet.

Bildung, Art und Umfang der Unterstützung im Kontext Schule/Ausbildung
Die grundsätzliche Hausaufgabenbetreuung wird durch das hauptamtliche Personal vorgenommen. Die Möglichkeit der Inanspruchnahme gezielter externer Förderungsangebote ist im Bedarfsfall als Sonderleistung zu vereinbaren.
Die Mitarbeiter der IPL lux pflegen eine enge Zusammenarbeit mit den Schulen.

Art und Umfang der Familienarbeit
Der Fokus der pädagogischen Arbeit liegt primär auf dem Kind, jedoch sind bei entsprechender Bereitschaft der Eltern folgende Angebote möglich:

Einbeziehung der Eltern/Elternteile in die Maßnahme:

  1. telefonische und persönliche Gespräche über die Hilfeplangespräche hinaus: Einbeziehung der Eltern, um Konkurrenzgefühle zwischen den Mitarbeitern und ihnen zu minimieren. Aufarbeitung des biographischen Hintergrunds. Erkennen gelebter Verhaltensmuster, um positive Änderungen herbeiführen zu können, Stärkung der Erziehungsverantwortung.
  2. Aufarbeitung der Hintergründe der Fremdunterbringung (Bearbeitung von kindlichen und/oder elterlichen Belastungen etc.).
  3. Perspektivenabklärung in Zusammenarbeit mit den Eltern/einem Elternteil (um unrealistische Perspektiven bei allen Beteiligten zu vermeiden), bis hin zu einer möglichen Reintegration in die Ursprungsfamilie.
  4. Durchführung, Gestaltung und Begleitung von Besuchskontakten und Heimfahrten.

Beteiligung der jungen Menschen
Kinder sind gleichberechtigte Partner, die aktiv an den für sie entscheidenden Prozessen mitwirken sollen. Die MitarbeiterInnen der IPL lux ermöglichen durch ihre persönliche, berufsethische und pädagogische Grundhaltung den ihnen anvertrauten Kindern eine Beteiligung, die an ihrer Lebenswelt ansetzt und sich an ihrem Alltag altersentsprechend orientiert.

Die Kinder werden unter Beachtung ihrer persönlichen und altersbedingten Besonderheiten aktiv in die Hilfeplanung einbezogen; wenn möglich nehmen sie an den Hilfeplangesprächen teil, wobei ihnen die Mitarbeiter der IPL lux unterstützend zur Seite stehen und sie somit zusätzlich befähigen, ihre eigenen Anliegen und Rechte wahrzunehmen.
Die Kinder werden in adäquater Sprache ausführlich und umfassend über ihre Rechte informiert und erfahren, wie sie diese sowohl innerhalb der IPL lux (über die pädagogischen Mitarbeiter, die pädagogische Leitung, den Kinderschutzbeauftragen) als auch extern (z. B. über das Kinder- und Jugendtelefon) einfordern können.

weitere Beispiele für eigenverantwortliche Beteiligung der Kinder:

  • Gestaltung des eigenen Zimmers
  • Mitwirkung bei der Gestaltung des Hauses und des Speiseplanes
  • Mitgestaltung des Lebensumfeldes
  • Mitwirkung bei der Urlaubs- und Freizeitplanung
  • individueller Einkauf von Bekleidung

Umgang mit Krisen/ Umsetzung Schutzauftrag nach § 8a SGB VIII
grundsätzlicher Umgang mit Krisen nach § 47 SGB VIII, des Weiteren:

  1. Die IPL lux verpflichtet sich
    wichtige Ereignisse und Veränderungen beim Kind, wie z. B. schwere Erkrankungen, Unfälle oder andere Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls des Kindes (insbesondere sexuelle Übergriffe oder sonstige Fälle körperlicher oder psychischer Gewaltanwendung) der pädagogischen Leitung der igel-häuser unverzüglich mitzuteilen.
    grundlegende Veränderungen und Ereignisse in der IPL lux, wie z. B. schwere Erkrankungen, persönliche Veränderungen, die sich nachhaltig auf den häuslichen Alltag und die Versorgung der Kinder auswirken, längere Abwesenheit der Hausleitung u. ä. der pädagogischen Leitung unverzüglich mitzuteilen.
  2. Der IPL lux ist bekannt, dass eine Fachkraft des Trägers Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Wohls eines Kindes, unverzüglich der pädagogischen Leitung mitteilen muss.
  3. Die pädagogische Leitung organisiert ein Fallgespräch zur Risikoabschätzung unter Hinzuziehung des Kinderschutzbeauftragten des Trägers.
  4. Im Fallgespräch wird, wenn angezeigt, entschieden, wer in welchen Schritten und welchem Zeitraum mit dem Kind oder Jugendlichen und den Personensorge- oder Erziehungsberechtigten den wirksamen Schutz des Kindes organisiert, notwendige und geeignete Hilfen entwickelt und auf deren Inanspruchnahme hinwirkt (Schutzplan).
  5. Im Fallgespräch wird ein Termin bzw. – falls erforderlich – werden mehrere Termine zur Überprüfung der Wirksamkeit des Schutzplans vereinbart.
  6. Erweisen sich die angenommenen Hilfen als nicht ausreichend, um die Gefährdung abzuwenden, so informiert der Träger das Jugendamt hierüber und berichtet ihm über die bisher vorgenommenen Schritte.
  7. Der Träger ist zur Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen, die sich aus §§ 61 – 65 SGB VIII ergeben, verpflichtet.

Beendigung der Maßnahme
Rückführung
Die Planung der Rückführung erfolgt im Rahmen der Hilfeplanung. Die Kinder und Jugendlichen sowie deren Herkunftsfamilien werden bei einer, von allen Beteiligten gewünschten, Rückführung von den MitarbeiterInnen der IPL lux vorbereitet, begleitet und unterstützt.

Weitervermittlung
Die Mitarbeiter der IPL lux sowie des Trägers beteiligen sich, wenn angezeigt, an der Suche nach einer geeigneten Anschlussmaßnahme für die Kinder und Jugendlichen. Wenn möglich wird ein trägerinternes Angebot vorgehalten.

Verselbstständigung
Die Betreuung von Jugendlichen/jungen Erwachsenen ist trägerintern über das Projekt CALEO – Betreutes Wohnen möglich.

Umgang mit Abbrüchen
Erfolgt eine ungeplante Beendigung der Maßnahme, ist Offenheit und Transparenz gegenüber allen Beteiligten von größter Bedeutung. Die kritische Überprüfung bezogen auf die Ursache des Abbruches ist maßgeblich für die Suche nach einer geeigneten Anschlussmaßnahme.

Während des gesamten Prozesses erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit dem jeweils zuständigen Jugendamt. Der Prozess der Beendigung wird von den Mitarbeitern der IPL lux dokumentiert und es erfolgt die Erstellung eines Abschlussberichtes.

8.2.    Gruppenübergreifende/-ergänzende Leistungen

(Angaben zum durchschnittlichen zeitlichen Umfang pro Monat)

  • pädagogische Leitung/therapeutische Leistungen 27,20 Std.
  • Verwaltungsleistungen 16 Std.
  • Hauswirtschaftsleistungen 48 Std.
  • Technischer Dienst/Hausmeister 48 Std
  • sonstige Leistungen ./. Std.

Beratung
Die Beratung der Gruppenmitarbeiter/-innen findet durch die pädagogische Leitung sowie durch den zentralen Fachdienst der Kinder- und Jugendhilfe tibb, aber auch durch einen externen Traumapädagogen, statt. Dabei werden insbesondere Auffälligkeiten der Kinder unter verhaltenstherapeutischen und systemischen Aspekten analysiert und pädagogische Handlungsmöglichkeiten erarbeitet. Zu familientherapeutischen Fragestellungen im Zusammenhang mit der Elternarbeit wird der Familientherapeut des Zentralen Fachdienstes hinzugezogen.

Der Zentrale Fachdienst und die externen FachberaterInnen nehmen bewusst die Funktion des externen Beobachters ein, der ohne in das System verwickelt zu sein, die Auswirkungen der kindlichen Störungsbilder auf das System Lebensgemeinschaft erkennen und deuten kann. Dadurch sollen Überforderungs- und Krisensituationen aufgefangen bzw. im Vorfeld vermieden werden. Die Kenntnisse der kindlichen Störungsbilder (speziell die von stark traumatisierten Kindern) stellen hierfür eine Grundlage dar, um sowohl die Belange der Kinder als auch die der Mitarbeiter miteinander verbinden zu können.

Diagnostik
Der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut führt bei Bedarf allgemein gängige diagnostische Aufträge durch. Neben der allgemeinen pädagogischen Beobachtung innerhalb der Lebensgemeinschaft findet bei Bedarf in Zusammenarbeit mit den Kinder- und Jugendpsychotherapeuten eine systematische Erhebung von Materialien zum Verhalten der Kinder statt, die Grundlage für das pädagogische Handeln ist.

Therapeutische Maßnahmen
In den Fallkonferenzen werden die therapeutischen Maßnahmen geplant und koordiniert.

Krisenintervention
Die pädagogische Leitung und der Kinderschutzbeauftragte stehen in Krisensituationen jederzeit zur Beratung und Unterstützung zur Verfügung.

8.3.    Maßnahmen und Instrumente zur Qualitätsentwicklung

(Angaben zum durchschnittlichen zeitlichen Umfang pro Monat)*

  • Qualitätsmanagement 1 Std.
  • Supervision 4 Std.
  • Dienstbesprechung 8 Std.
  • Fortbildung 2 Std.
  • Dokumentation o.A. Std.
  • Evaluation o.A. Std.

* bezogen auf das Gesamtangebot der IPL lux

Die wesentlichen Instrumente der Qualitätsentwicklung und -sicherung sind Beratung und Coaching, die regelmäßige Supervision und Fortbildung sowie eine systematische Dokumentation der Entwicklung des Kindes. Außerdem werden im Rahmen einer zielorientierten Hilfeplanung die Prozesse laufend reflektiert und schriftlich gesichert.

Einmal in der Woche findet ein Teamgespräch aller Mitarbeiter statt, an dem in der Regel auch die pädagogische Leitung teilnimmt. Regelmäßig werden Fallgespräche mit dem therapeutischen Dienst und dem Traumapädagogen für die intensive Reflexion des pädagogischen Handelns genutzt. Supervision und Coaching werden regelmäßig einmal im Monat genutzt. Jede Fachkraft nimmt mindestens einmal im Jahr an einer eintägigen Fortbildungsveranstaltung teil. Außerdem finden zu aktuellen Fragestellungen Fortbildungen des Netzwerkes confugium statt.

8.4.    Strukturelle Leistungsmerkmale

Personal
Für die Betreuung der Gruppe steht folgendes Personal zur Verfügung:*

  • Leitung 0,15
  • Verwaltung 0,10
  • Pädagogischer Dienst (Heil-, Sozialpädagogin/Hausleitung) 1,0
  • Pädagogischer Dienst (Erzieher/Sozialpädagogen (w/m)) 1,0
  • Pädagogischer Dienst (Erzieher/Sozialpädagogen (w/m)) 0,5
  • Therapeutischer Dienst/Co-Beratung 0,02
  • Hauswirtschaftskraft 0,3
  • Technischer Dienst/Hausmeister 0,3

Bei besonderen Störungsbildern/-ausprägungen werden im Hilfeplangespräch zusätzliche Fachleistungsstunden vereinbart, damit die Betreuungsdichte entsprechend angepasst werden kann.

* bezogen auf das Gesamtangebot der IPL lux

Als Vergütungsgrundlage dient der Haustarif. Es erfolgt eine Orientierung am TVöD. Es handelt sich bei der Intensivpädagogischen Lebensgemeinschaft lux um eine familienanaloge Betreuungsform.

Die Gruppenkräfte arbeiten nach den Grundsätzen einer Lebensgemeinschaft. Die persönliche Haltung der MitarbeiterInnen zum Thema Partizipation wird bei Neueinstellung erörtert und als positive Grundeinstellung gefördert.

Die Gruppe ist grundsätzlich mit einer pädagogischen Kraft besetzt.

Die Betreuung der Kinder erfolgt ausschließlich von zwei Diplom-Sozialpädagogen/Diplom- Sozialarbeitern, von denen einer gemeinsam mit den Jungen im Haus lebt.

Die Wochenenden und Feiertage werden entsprechend des Dienstplanes mit einer Fachkraft besetzt. Die Nachtbereitschaft ist durchgängig gesichert. Urlaubs- und Krankheitstage werden gegenseitig vertreten, oder durch externe Fachkräfte abgesichert.

Räumliche Gegebenheiten
Raumangebot
Das Haus der Intensivpädagogischen Lebensgemeinschaft lux ist ein freistehendes als Zweifamilienhaus konzipiertes Gebäude und liegt in einer ruhigen, idyllischen Lage im Ortsteil Reeßum, der Samtgemeinde Sottrum und verfügt über fünf Schlafzimmer. Somit bietet es jedem Kind ein eigenes Zimmer (Größe ca. 14-18 m²).

Für die Pädagogen sind ein separater Schlafraum sowie ein eigenes Bad zur Nutzung vorgesehen. Die Jungen finden im Obergeschoß ein eigenes Badezimmer vor, die Betreuer benutzen in der Regel die Sanitäreinrichtungen im Untergeschoss, hier befinden sich ein großes Bad und eine Gästetoilette. Das Bad im Erdgeschoss wurde von Grund auf hell und freundlich gefliest, mit einem WC und einem Waschtisch nebst einer im Fußboden eingelassenen Dusche versehen, so dass diese schwellenfrei ist.

Im geräumigen Erdgeschoß befindet sich eine große Küche, die als Esszimmer genutzt werden kann. Außerdem ist ein geräumiger Besprechungs- und Büroraum vorhanden. Das Haus verfügt über Hauswirtschafts- und Abstellräume, sowie Kreativ- und Aktionsräume und bietet damit, dem Konzept entsprechend, alle notwendigen Differenzierungsmöglichkeiten. Zum Haus gehört ein Werkraum mit Werkbank, zum Werken und Gestalten sowie weiteren Nutzungsmöglichkeiten.

Das Haus verfügt über eine Wohnfläche von ca. 165,00 m² sowie einem Grundstück von etwa 1.900,00 m². Dieses bietet viel Platz, der als Erholungs-, Sport- und Spielfläche genutzt werden kann.

Das Haus besitzt Vollkeller, Garage und Carport. Das Wohnhaus wurde im Laufe der Jahre stetig renoviert und wertaufgebessert, d. h. Fenster wurde erneuert, Rollläden nachgerüstet, etc. Im Obergeschoss steht ein Wannenbad zur Verfügung. Zwei Terrassen, eine davon ist überdacht, sowie auch der Balkon im Obergeschoss bieten Rückzugsorte. Weiter besteht die Möglichkeit im Keller die hauseigene Sauna zu nutzen, dort befindet sich auch ein großer Hobbyraum, in dem man Billard und Tischkicker spielen kann.

Nebengebäude:

  • Garage
  • Carport
  • Gerätehaus
  • überdachte Terrasse hinter dem Haus
  • seitliche Terrasse mit Windschutz/kaum einsehbar

Eigentum/Miete/Pacht
Das Haus wurde 1973 gebaut und laufend modernisiert, es befindet sich in einem gepflegten Zustand. Das Haus befindet sich im Eigentum einer Privatperson. Die Anmietung erfolgt durch den Träger.

Art der Versorgung
Die hauswirtschaftliche Versorgung der Lebensgemeinschaft ist vollkommen eigenständig. Die pädagogischen MitarbeiterInnen werden durch eine Hauswirtschaftskraft und einen Hausmeisterdienst unterstützt.

Fuhrpark
Der Intensivpädagogischen Lebensgemeinschaft lux steht ein Dienstwagen zur Verfügung.
Außerdem besteht eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.

Sonstiges
Der Intensivpädagogischen Lebensgemeinschaft lux steht ein internetfähiger PC sowie Drucker/Faxgerät zur Verfügung.

8.5.    Sonderaufwendungen im Einzelfall

Folgende Sonderaufwendungen im Einzelfall werden nach dem Individualprinzip erbracht:

  • Taschengeld
  • Familienheimfahrten
  • Erstausstattung Bekleidung


II. Individuelle Sonderleistungen

Darstellung der von der Einrichtung angebotenen individuellen Sonderleistungen in Abgrenzung zu den Grundleistungen

Folgende individuelle Sonderleistungen können nach Bedarf zeitnah organisiert werden:
Diagnostik
Bei speziellen Fragestellungen, z. B. genaue Untersuchung von Teilleistungsschwächen mit Ableitung einer differenzierten Therapie oder schweren neurotischen Störungen kann der app. Kinder- und Jugendpsychotherapeut oder können externe klinische Psychologen hinzugezogen werden.

Therapeutische Leistungen
Therapeutische Einzelförderungen werden von externen Fachleuten oder durch den app. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten durchgeführt.

Der Einsatz von individuellen Sonderleistungen muss im Hilfeplangespräch erörtert worden sein und sollte vom zuständigen Träger der Jugendhilfe, den Personensorgeberechtigten sowie der Einrichtung gleichermaßen befürwortet werden.

Prolog

Besonders in der frühen Sozialisation stehen Jungen nach wie vor kaum männliche Erwachsene zur Seite, die sie auf ihrem Entwicklungsweg begleiten. Plakative männliche Leitbilder werden Jungen beispielsweise in den Medien umfassend und vielfältig vermittelt, finden sich in ihrem Alltag allerdings nicht wieder – sind nicht greifbar oder erfahrbar.

Die Jungen fragen sich, was einen Mann ausmacht.
Ohne männliche greif- und erfahrbare Kontaktpersonen fällt eine plausible Beantwortung dieser Frage denkbar schwer. Vor diesem Hintergrund müssen Jungen ihre Geschlechtsidentität, ihre sexuelle Orientierung und ihre Lebenspläne entwickeln. In Kindertagesstätten, Schulen und Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen werden die Chancen einer geschlechtsbewussten Jungenarbeit momentan kaum genutzt.

Dafür gibt es verschiedene Gründe:
So fehlt es zum Beispiel in Kitas beziehungsweise Schulen an männlichem Personal. Wenn Männer dort arbeiten, dann meist als Hausmeister mit den traditionellen männlich zugeordneten handwerklichen Tätigkeiten, als Lehrer für „Jungenfächer“, wie Sport, Werken, Schulgarten und die Naturwissenschaften oder als Schulleiter.

Schaut man sich den sozialen Nahraum von Jungen noch genauer an, so wird auch hier der „Männermangel“ deutlich. Selten sieht man an der Supermarktkasse einen Mann sitzen, die Brötchen beim Bäcker um die Ecke verkauft eine Frau und auch beim Friseur werden Jungen meist von Frauen frisiert.

Daher wird häufig von der „vaterlosen“ Gesellschaft gesprochen.

Diese Problematik trägt maßgeblich zur Unsicherheit und Orientierungslosigkeit der Jungen bei. In Ihrem Bemühen den angepriesenen Rollen gerecht zu werden, sehen sich Jungen überfordert und geraten in soziale Konfliktsituationen.
Intensivpädagogische Jungenwohngruppe als Schonraum
Jungenarbeit nur unter Jungen/Männern im Rahmen einer Jungenwohngruppe kann für die Jungen entlastend sein. Die Abwesenheit von Mädchen/Frauen bietet einen „Schonraum“ und fördert die Solidarität unter den Jungen, wenn sie ungewohnte Rollen und Handlungsformen „ausprobieren“ und sich dadurch erst mal auf unsicheres Terrain begeben. Außerdem entfällt das Profilierungsbedürfnis der Jungen gegenüber den Mädchen.
Die Abwesenheit von Mädchen/Frauen bedeutet jedoch nicht schon per se Jungenarbeit: erst wenn eine Reflexion männlicher Geschlechtsrollen(-anforderungen) einbezogen wird, verdient diese Pädagogik die Bezeichnung „Jungenarbeit“.

Was macht einen Mann aus? – Jungen brauchen männliche Vorbilder und Wegbegleiter
Bei der Untersuchung und Beantwortung dieser Frage, beim Ausprobieren gangbarer Wege brauchen Jungen die Unterstützung von Männern. Es sind nicht geschlechtsneutrale Pädagogen gefragt, sondern Pädagogen, die sich an Ihr eigenes Junge-Sein erinnern, die Ihr Mann-Sein reflektieren, die um Chancen und Risiken männlicher Geschlechterrollen (-anforderungen) wissen. Hier werden Jungenarbeiter gebraucht, welche empathisch und bisweilen auch kritisch, streitbare Wegbegleiter der Jungen darstellen und auch als männliche Orientierungsfiguren dienen können.

Auch Pädagoginnen arbeiten in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit mit Jungen. Ebenso wie Pädagogen, die mit Mädchen arbeiten, keine Mädchenarbeit machen können, sind für Jungenarbeit männliche Pädagogen erforderlich: Jungen brauchen „(an-)greifbare“ Vorbilder, aber als Reibungsfläche, ggf. zur Abgrenzung. Das können nur Männer sein.

Spaß
Jungenarbeit macht uns als Pädagogen Spaß – nicht immer, aber überwiegend: Unsere Jungenarbeit hat viel mit der Auseinandersetzung um Grenzen zu tun. Wem der Spaß an diesem Streiten fehlt, wer von den Umgangsformen der Jungen grundsätzlich genervt ist , wird es mit der Jungenarbeit schwer haben. Eine grundlegende Empathie für die Jungen, ein Verständnis für die Ausdrucksformen ihrer Suche nach Männlichkeit ist unserer Ansicht nach, eine Grundvoraussetzung für gelingende Jungenarbeit.
Praxisbeispiel Zweiradwerkstatt
In der IPL lux stellen zwei Diplom-Sozialpädagogen und ein Werkpädagoge zugleich Hausmeister, das Pädagogenteam, welches für die insgesamt drei Jungen zuständig ist.

Beispielsweise kann in unserer Fahrradwerkstatt unter Anleitung an Fahrrädern und Kindermotorrädern gearbeitet werden. Der IPL stehen dazu zwei funktionsbereite Kinder-Motocrossräder und etliche Fahrräder zur Verfügung. Der Werkpädagoge selbst ist vom Fach; es kann ausprobiert, optimiert und repariert werden. Dabei wird alles gefahren, was zwei Räder hat: bmx, Motocross, Mountainbike etc. Selbstverständlich sind komplette Schutzausrüstungen vorhanden um den Jungen in der Praxis größtmögliche Sicherheit zu bieten. Neben dem Spaß wird nicht zuletzt auch handwerkliches Geschick vermittelt und manchem Jungen der IPL lux dient die Fahrradwerkstatt schon jetzt zur Berufsorientierung.
Der Jungenarbeiter – Voraussetzungen
Die besten Jungenarbeiter sind unserer Ansicht die, die Jungenarbeit machen und dabei dazulernen wollen. Der Jungenarbeiter ist im Chor der sozialen Arbeit weder ein Überpädagoge noch ein Methodengenie. Die Beziehung zwischen ihm und dem Jungen ist sein Grundkapital. Um eine gemeinsame Lernerfahrung möglich zu machen, braucht der Jungenarbeiter jedoch die Fähigkeit einer „Stärke von Schwäche“. Er muss die innere Stärke haben, seine Emotionen zu verspüren, sie nicht zu fliehen, sondern sie in einer Weise dem Jungen zu vermitteln, die diesen nicht überlastet, sondern ihm ermöglicht, eigene Emotionen auszudrücken und sich gemeinsam zu entwickeln.

Beziehungsarbeit
Als häufigtes Merkmal für eine gute Beziehung zählen für die Jungen in der Praxis insbesondere gemeinsame Unternehmungen. Sehr oft nennen die Jungen dabei Sport oder sportähnliche Aktivitäten als besonders beziehungsstiftend zum Jungenarbeiter. (Sturzenhecker/ Winter 2010: S. 67)

Hier u. A. setzt unsere Arbeit an, um mit dem Jungen durch gemeinsames Erleben eine Basis für bestenfalls „heilsame Beziehungsarbeit“ herzustellen, die sich im Unterschied zu der allgemeinen Praxis geschlechtshomogener Jungenwohngruppen der stationären Kinder- und Jugendhilfe – auch durch deren Wechselschichtturnus bedingt – nicht im Abarbeiten von leeren Ritualen und emotionslosen jungenunspezifischen Freizeitveranstaltungen verliert.
Literaturhinweise:
Sturzenhecker, Benedikt, Winter, Reinhard (Hrsg.) : Praxis der Jungenarbeit, Weinheim und München 2010

Jungenbroschuere der „Beratungsstelle ProMann“ Deutscher Familienverband, Sachsen-Anhalt e.V.

Fachstelle Jungenarbeit, Rheinland-Pfalz/ Saarland:
http://www.jungenarbeit-online.de/content.jsp?kontext=Kontext_77&auswahl=247&dwgroup=null&dwview=default

Forum Jungenarbeit Bielefeld:
http://www.forum-jungenarbeit-bielefeld.de

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