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tibb peta hof

Klaus Münstermann Verlag

pdfSozialpädagogische Lebensgemeinschaft esperanza

Leistungsangebot und -beschreibung als PDF-Datei.


 

Sozialpädagogische Lebensgemeinschaft
Kleinstwohngruppe esperanza

Leistungsangebot nach § 78b Abs. 1 Nr. 1 SGB VIII

Träger:

tibb Kinder- und Jugendhilfe
Münstermann GbR

Name der Einrichtung:

igel-häuser
Sozialpädagogische Lebensgemeinschaft
Kleinstwohngruppe
esperanza

Verwaltung:

Osnabrücker Straße 125, 49477 Ibbenbüren
Telefon: 05451/89408-0
Telefax: 05451/89408-200

Kurzbeschreibung der Gesamteinrichtung

1. Stammdaten

igel-Häuser

Selhofer Weg 58, 49324 Melle

05451/89408-0

05451/89408-200

info@igel-haeuser.de

www.igel-haeuser.de

2. Benennung aller Leistungsangebote im Rahmen der Jugendhilfe, jeweils mit Bezeichnung/Name des Angebotes

  • Intensivpädagogische Lebensgemeinschaft esperanza

3. Organigramm

4. Grundsätzliches Selbstverständnis/Leitbild der Gesamteinrichtung

Ein „igel-haus“ ist gerade in der kalten Jahreszeit ein warmes Zuhause für die stacheligen Gäste in unseren Gärten. Es bietet Ruhe für den Winterschlaf und schützt den Igel vor Wind und Wetter.
Auch unsere igel-häuser bieten Schutzraum, allerdings nicht für Igel, sondern für Kinder- und Jugendliche, die aufgrund komplexer Problemlagen intensive Zuwendung in einem einem entwicklungsfördernden Lebensumfeld außerhalb der Familie benötigen. „i-ge-l“ das steht für intensiv gemeinsam leben, wobei sich jedes Mitglied einer Lebensgemeinschaft auch mal zurückziehen kann. Gerade für traumatisierte Kinder ist es wichtig, sich gegenüber der Außenwelt zu schützen. Deshalb ist es für unsere Kinder in igel-häusern wichtig, die eigenen Stachel „ausfahren“ zu dürfen.

Dieses Angebot richtet sich an Kinder- und Jugendliche, die mit dem intensiven eindeutig familiären Beziehungsangebot  einer Pflegesstelle, oder in einer Wohngruppe mit vielen Kindern- und Jugendlichen  überfordert sind, aber dennoch von einer kleinen Gruppengröße und festen Bezugspersonen profitieren können.

Die igel-häuser sind ein Angebot der stationären Erziehungshilfe in der privaten Trägerschaft von Prof. Dr. Klaus Münstermann in Form von Intensivpädagogischen/Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften nach § 34, § 35a und § 41 SGB VIII.

Jedem igel-haus liegt ein individuelles Leistungsangebot zu Grunde. Sie unterscheiden sich in der fachlichen Ausrichtung und den methodischen Grundlagen, die sich an der jeweiligen Zielgruppe orientieren. Allen gemeinsam ist das Ziel, den Kindern und Jugendlichen in der Bewältigung ihrer speziellen Entwicklungsaufgaben und dem damit verbundenen Selbstfindungsprozess größtmögliche pädagogische und therapeutische Unterstützung zu bieten. So können sich die eigenen Bewältigungspotentiale entfalten.

 

Folgende Leitbilder dienen dem Zusammenleben und der pädagogischen Arbeit als Grundlage:

  • Offenheit, Ehrlichkeit und gegenseitiges Vertrauen bestimmen das Miteinander in unserer Einrichtung. In allem, was wir tun, zeigen wir Bereitschaft zum eigenverantwortlichen und selbstreflektierten Handeln
  • grundsätzliche Akzeptanz und Wertschätzung eines jeden Menschen
  • Annahme des Kindes mit seiner persönlichen Biographie
  • grundsätzliche Wertschätzung gegenüber der Herkunftsfamilie
  • Bereitstellung eines Lebensraumes, der sich auch bzw. vor allem in schwierigen Lebenssituationen an den individuellen Bedürfnissen der Kinder orientiert
  • Ermunterung zu einer lebensbejahenden Einstellung und Lebensfreude
  • Ermöglichung eines erfüllten und selbstbestimmten Lebens
  • Versicherung gegenüber dem Kind, dass seine Reaktionen begreiflich, psycho-physiologisch und reversibel sind und nicht Indikatoren für unzureichende Wirklichkeitsüberprüfung und weiter bestehender Psychopathologie („Normale Reaktion auf unnormale Situation“!)
  • Initiieren von Korrektur traumabezogener Erwartungen bereits in der Aufnahmephase („Warum bin ich hier?“, „Welchen Sinn hat die Trennung von Zuhause?“, „Was möchte ich für mein Leben?“, „Wie kann ich hier profitieren und welche Ziele habe ich für die Zeit der Jugendhilfe?“, „Welche Regeln, Partizipation usw. gibt es hier?“)
  • liebevolle Annahme seitens der Erziehenden und ein durch freudiges Erleben gekennzeichnetes Miteinander
  • verstehendes und authentisches Verhalten der erziehenden Fachkräfte
  • respektvolle Haltung gegenüber Natur und Umwelt und der darin lebenden Menschen und Tiere
  • Unterstützung des Kindes bei seiner religiösen Orientierung
  • Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse in Bezug auf die Problematik der Schutzbefohlenen durch in- und externe Fortbildungen sowie Studium der Fachliteratur

I. Benennung und Beschreibung des einzelnen Leistungsangebotes

1.    Name des Angebotes

Sozialpädagogische Lebensgemeinschaft esperanza

Der Name „esperanza“ ist spanisch und bedeutet „Hoffnung“.
Hoffnung, die wir haben, den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen als Begleitung helfen zu können, ihre Wunden zu heilen, um ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben führen zu können.
Wir leben in einer weiblich gleichgeschlechtlichen eingetragenen Lebensgemeinschaft und sind auch bzgl.  Aufnahmen von Jungen offen.

2.    Standort des Angebotes

Die Sozialpädagogische Lebensgemeinschaft Kleinstwohngruppe esperanza befindet sich im westlichen Westfalen am Rande des Ruhrgebietes Nähe Dortmund und ist eine kreisfreie Stadt mit rd. 88.000 Einwohnern. Mit einer ausgereifter Infrastruktur, einem ausgebauten Schulsystem und einem umfangreichen Angebot im gesundheitlichen, sportlichen und kulturellen Bereich bieten sich  vielfältige Freizeitmöglichkeiten.
Alle Schulformen, sowie Förderschulen wie z.B. Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung befinden sich in erreichbarer Nähe.
In unmittelbarer Nähe des Ortsteiles X befindet sich der X mit vielfältigen Freizeitmöglichkeiten.

 

3.    Rechtsgrundlage für die Aufnahme nach SGB VIII

Rechtsgrundlage für die Aufnahme der Kinder ist in der Regel § 34 SGB VIII.
Bei Veränderung nach § 35a oder § 41 SGB VIII erfolgt die Anpassung der Betriebserlaubnis.

4.    Personenkreis/Zielgruppe

Alter
Das Aufnahmealter liegt in der Regel zwischen 6 und 12 Jahren.

Geschlecht
Die Aufnahme erfolgt unabhängig vom Geschlecht.

Aufnahme- und Ausschlusskriterien
Die PL  esperanza ist nicht geeignet für Kinder und Jugendliche

  • die eine extreme körperliche und/oder geistige Beeinträchtigung aufweisen
  • die das  Leib und Leben der in der Gemeinschaft lebendenden Kinder und Erwachsenen akut gefährden.

Einzugsbereich ist das gesamte Bundesgebiet, insbesondere Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen.

Benennung der Zielgruppe

Das Angebot der IPL camino eignet sich insbesondere für Kinder mit folgenden Indikatoren:

  • frühkindliche Traumatisierung
  • Entwicklungsverzögerung und –beeinträchtigung
  • physische, psychische und emotionale Verwahrlosung und Vernachlässigung
  • physische und psychische Gewalterfahrung
  • sexueller Missbrauch
  • diverse Verhaltensauffälligkeiten
5.    Platzzahl des gesamten Angebotes mit Trennung nach den Gruppen eines Leistungsangebotes

Die PL esperanza verfügt über 3 Plätze.

6.    Allgemeine mit der Leistung verbundene Ziele

Leitziele gemäß SGB VIII

  • Angebot einer auf längere Zeit angelegten Lebensform ggf. bis zur Verselbstständigung bzw. Rückkehr in die Herkunftsfamilie oder dem Anschluss einer weiterführenden Hilfemaßnahme. Die Verselbstständigung wird von den Mitarbeiterinnen der PL esperanza vorbereitet und eingeleitet. Den Jugendlichen werden alle wichtigen alltagspraktischen Grundlagen (wie z. B. Haushaltsführung, Umgang mit Geld, selbstständige Durchführung von Behördengängen) vermittelt. Die Mitarbeiterinnen unterstützen die Jugendlichen darüber hinaus bei der Wohnraum- und Arbeitsplatzsuche, um sie mit Vollendung des 18. Lebensjahres, in Einzelfällen auch darüber hinaus, in die Verselbstständigung zu entlassen.

Leitziele bezogen auf die Zielgruppe

  • Schutz vor erneuter Traumatisierung
  • Abbau von Hemmungen, Ängsten, Aggressionen und sonstiger Verhaltensauffälligkeiten
  • Bewältigung bzw. angemessener Umgang mit traumatischen Erfahrungen und damit verbundener Entwicklung von Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Schaffung entwicklungsfördernder Bedingungen, Minderung psychosozialer Belastungen, Förderung des Wohlbefindens
  • Entwicklung und Förderung von konstruktivem (Konflikt-) Verhalten
  • Erwerb von Kommunikationskompetenzen
  • konkretisierende Selbst- und Fremdwahrnehmung (Reflexion) durch gezielte heilpädagogische Entwicklungsbegleitung
  • Abbau oder zumindest Verringerung von Lernstörungen
  • gezielter Umgang mit Bildungsangeboten (Wissensmanagement),
  • Erwerb altersangemessener Fähigkeiten zur eigenverantwortlichen Freizeitgestaltung
  • Erweiterung sozialer Kompetenzen
  • Unterstützung bei der Identitätsfindung
  • respektvoller und behutsamer Umgang mit Mensch, Tier und Umwelt
7.    Fachliche Ausrichtung der Leistung und angewandte Methodik

kurze Beschreibung der fachlichen Ausrichtung

  • Sozialpädagogik
  • Traumapädagogik
  • kreative Ausrichtung

Benennung der in der Hauptsache angewandten Methoden in Bezug zur Zielgruppe
Der Aufbau von tragfähigen Beziehungen spielt in unserer Arbeit eine zentrale Rolle. Wir nehmen jedes Kind und jeden Jugendlichen mit seiner belasteten Lebensgeschichte und den daraus resultierenden Symptomen und Verhaltensweisen an. Respekt, Verständnis, Mitgefühl und die bedingungslose Bereitschaft, ihnen Zuwendung zu geben, kann ihnen helfen, mit der Zeit wieder Vertrauen zu fassen und Beziehungen zuzulassen. Ein behutsames Vorgehen ist hier von maßgeblicher Bedeutung. Wir begleiten die Kinder in dem , was sie tun und sind jederzeit ansprechbar. Die Kinder und Jugendlichen werden in unserem Haus erleben, dass sie an allem, was sie und die Gemeinschaft betrifft, beteiligt werden und mitbestimmen können. Die Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen bei allen das Zusammenleben betreffenden Ereignissen und Entscheidungsprozesse bedeutet, den Betroffenen einen Teil ihrer verloren gegangenen Selbstbestimmung zurückzugeben.

Wir bieten den Kindern und Jugendlichen, die uns anvertraut werden, einen stabilen und sicheren Lebensraum. Wir leben und arbeiten nach dem Prinzip der Partizipation. Das bedeutet für uns, gemeinsam mit den Kindern den Weg zur Selbstbestimmung unter Berücksichtigung des Entwicklungsstandes und der individuellen Biographie zu beschreiten. Die Kinder und Jugendlichen werden über alle Veränderungen oder Ereignisse informiert. So können sie sich auf Neues einstellen und Ihre Ängste und Befürchtungen an reale Vorgänge und Ereignisse koppeln, um diese besser zu verstehen.

Im nächsten Schritt haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit zu Mitsprache. Wir fordern die Kinder auf, ihre Sichtweise und Meinung zu äußern. Dabei wird niemand gedrängt, denn es bedarf oft einiger Zeit, dieser Umgehensweise zu vertrauen.
Es folgt die Mitbestimmung. Wie der Begriff schon sagt, haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit mitzubestimmen. Sie erhalten eine umfassende  Wahlmöglichkeit in vielen Bereichen, die ihre Person, ihre Belange und das soziale Umfeld betreffen soweit dies möglich ist.
Diese Schritte hin zur Selbstbestimmung müssen nicht grundsätzlich der Reihe nach erfolgen. Selbstbestimmtes Agieren in den verschiedenen Bereichen des Lebens ist unser angestrebtes Ziel, zu dem wir jedes Kinde und jeden Jugendlichen ermutigen.

An dieser Stelle soll jedoch erwähnt werden, dass es Bereiche gibt, wo Selbstbestimmung nicht immer umfassend möglich ist. Sofern es darum geht, zum Beispiel die Schule zu besuchen, zu Bett zu gehen oder Arzttermine wahrzunehmen.

Partizipation bedeutet nicht immer Mitentscheidung und Einbeziehung, sondern vom eigentlichen Wortsinn auch Beteiligung, Teilhabe und Teilnahme. Konkret erfolgt diese Teilnahme aus der Sicht und im Rahmen der Fähigkeiten der Kinder. Die Kinder und Jugendlichen können ihre Ressourcen individuell einsetzen. So bedeutet Teilhabe beispielsweise beim Kuchenbacken für ein Kind, dass es zuschaut. für ein anderes vielleicht bereits aktives Mitwirken durch Rühren der Teigmasse oder sogar Abmessen der einzelnen Zutaten.

Ein sicherer Ort
stellt ein heilsames Feld dar, in dem das Kind/der Jugendliche Ich- und Handlungskompetenz, Selbstkontrolle und –wirksamkeit in einem gemeinsam gestalteten Raum des Zwischenmenschlichen erfährt.
Das Haus der PL esperanza zeichnet sich durch übersichtliche Räumlichkeiten, in denen sich die Kinder leicht zurecht finden können aus. Die Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens sind so positioniert, dass sie für die Kinder erreichbar sind, wie z.B. Gläser und Getränke, Handtücher, Malstifte, Spiele, Bücher usw. Alle gemeinschaftlichen Räume sind schlicht aber anregend ausgestattet. Anregend bedeutet hier, es sind Materialien und Gegenstände sichtbar und offen zugänglich die Aufforderungscharakter haben, zum Beispiel, eine kuschelige Ecke im Wohnbereich mit Büchern, ein Korb mit Handpuppen im offenen Regal etc.

Die Einzelzimmer sind mit einer Grundausstattung versehen. Unser Ziel ist es, dass die Kinder ihren Raum mit unserer Unterstützung gestalten und er somit zu ihrem persönlichen Rückzugsort wird, in welchem sie sich wohl und sicher fühlen.
Ein sicherer Ort bedeutet auch Schutz vor erneuten traumatischen Erlebnissen der Kinder untereinander. Dieses zu vermeiden ist uns ein großes Anliegen. Zum einen haben wir die uns anvertrauten Kinder gut im Blick, zum anderen werden wir das Thema Gewalt und Übergriffe in geeigneten Situationen aufgreifen und besprechen.

Die Kinder erleben durch das familienanaloge Leben in unserem Haus feste und beständige Bezugspersonen. Die Hauptbezugsperson ist die Hausleitung, die durch eine pädagogische Fachkraft sowie durch die Lebenspartnerin, die vorwiegend von Zuhause aus als Anwältin arbeitet, unterstützt wird. Hund und Katze runden unser Angebot ab. Die Kinder und Jugendlichen erfahren gelebte Offenheit und Ehrlichkeit.

Wir bieten sichere Strukturen, einen geregelten Tagesablauf sowie feste Rituale. Durch feste Zeiten für gemeinsame Mahlzeiten, Hausaufgaben oder Zubettgehzeiten ist der Tag für die Kinder und Jugendlichen in überschaubare Einheiten geteilt. Dadurch erfahren sie eine gewisse Orientierung und Sicherheit. Diese Regelmäßigkeiten sind als Angebote zu verstehen, da gerade in der Anfangsphase ein Kind vielleicht noch nicht bereit ist sich in die gegebenen Strukturen einzufügen.

Kinderrechte
Nur die wenigsten Kinder wissen um ihre rechte. In unserem Haus werden die Kinder und Jugendlichen über die Rechte aller Kinder informiert. An einem großen Schaubild in Form eines Baumes sind einzelne Kinderrechte veranschaulicht. Ziel ist es, dass jedes der im Haus lebenden Kinder und Jugendlichen umfassende Kenntnis über seine Rechte erhält.

Kreative Ausrichtung
Ein Schwerpunkt unserer pädagogischen Arbeit liegt im Bereich der Kreativität. Wir bieten den Raum, die Möglichkeit und die Anregung durch kreatives Wirken vielfältige Erfahrungen zu machen, die den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen helfen kann, ihrer Gefühlswelt Ausdruck zu verleihen und ihre Sicht der Welt zu verstehen und eventuell zu verändern.

Ziele

  • neue Ausdrucksformen / Möglichkeiten erkennen und anwenden (sich mitteilen, wenn sprechen nicht möglich ist)
  • Emotionen ausdrücken
  • Gemeinschaft erleben
  • Sinneserfahrungen machen / erweitern / die Welt begreifen
  • Aggressionen umleiten / ausleben / abbauen
  • entspannen
  • Fähigkeiten entdecken / sich seiner eigenen Wirkung / Möglichkeiten bewusst werden
  • Erfolgserlebnisse ermöglichen
  • Talente fördern
  • Spaß und Freude erleben
  • Kommunikation erproben und erweitern

Unser Haus bietet Räumlichkeiten, die es ermöglichen, je nach Wetterlage und Jahreszeit sowohl im Haus als auch im Außenbereich kreativ tätig zu sein.
Innerhalb des Hauses steht ein großer Raum zur Verfügung, welcher derart präpariert ist, dass in ihm frei gearbeitet und experimentiert werden kann. Dieser Freiraum schafft die Möglichkeit, dass die Kinder sich ganz auf ihre Sache einlassen und konzentrieren können. (Gemalt werden kann z.B. mit den Händen großflächig an der Wand. Selbstverständlich kann hier auch mit anderen Materialien wie Holz, Ton, Stein usw. gearbeitet werden. Ebenso kann der Außenbereich bei angemessener Wetterlage hierzu genutzt werden.)

Da wo die Stimme versagt, die Wut sich Bahn bricht, die Traurigkeit übermächtig wird und die Gefühle verschwimmen, kann es helfen tätig zu werden.
Kreativ zu sein beschränkt sich nach unserem Verständnis nicht allein auf die gestalterische Tätigkeit.
Gemeint ist vielmehr, einem Gefühl oder Gedanken nachzuspüren und dieses im Rahmen seiner Möglichkeiten umzusetzen. Den Tisch für das gemeinsame Abendessen besonders schön zu decken ist ebenso kreativ, wie im Garten aus alten Holzpaletten eine Hütte zusammenzuzimmern und ein Richtfest zu feiern. Vielleicht ist es auch gerade richtig durch den Garten zu rennen und laut zu schreien.

Selbstverständlich ist es unser Ziel, mit Hilfe unseres sozialpädagogischen Schwerpunktes ganz individuell auf das einzelne Kinde bezogen Möglichkeiten zu gestalten, die oftmals traumatischen Erlebnisse und die damit einhergehenden Überzeugungen zu bearbeiten und umzulenken. Gemeinsames „Tun“ hilft dabei, Beziehung aufzubauen und Vertrauen zu schaffen. Die Kinder erleben sich in der Rolle der Akteure. Sie haben es in der Hand, die Dinge zu verändern und zu beeinflussen. (Sei es die Gestaltung des eigenen Zimmers oder der mit Steinen im Teich errichtete Staudamm).
Besonders das Arbeiten mit Farben bietet den Kindern vielfältige Möglichkeiten ihren Gefühlen und Stimmungen Ausdruck zu verleihen und diese sichtbar zu machen. Die entstandenen Werke sind ein hervorragendes Medium, um über aktuelle oder auch grundsätzliche Themen ins Gespräch zu kommen. Behutsames Herantasten steht hierbei an erster Stelle. Die Werke der Kinder gehen nicht verloren. Wir können sie aufbewahren und zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal betrachten und damit arbeiten.
Es ist uns noch wichtig zu erwähnen, dass es uns ein besonderes Anliegen ist, den Kindern und Jugendlichen ein dem Familienleben möglichst ähnliches Zuhause (auf Zeit) zu schaffen. Dazu gehören unter anderem auch gemeinsame Ausflüge und Urlaube. Sie dürfen und sollen ihre Freunde einladen. Wir feiern Kindergeburtstage und Weihnachten. Wir lachen zusammen und haben Spaß. Es gibt Krisen, Auseinandersetzungen und Versöhnungen, kuschelige Abende vor dem Fernseher und vieles mehr.
Als weiblich gleichgeschlechtlich  eingetragene Lebensgemeinschaft ist es uns wichtig den bei uns lebenden Kindern eine entsprechende  altersgerechte Unterstützung bzgl. der eigenen Rolle als Junge/Mädchen – Mann/Frau zukommen zu lassen. Hierzu dient auch eine geschlechtsspezifische Pädagogik inklusive einer sexuellen Aufklärung bzgl. der verschiedenen Rollen, Rollenerwartungen, Prägungen, Neigungen als Junge/Mädchen – Mann/Frau. Als Ergänzung hierzu sollte daher als externe Fachkraft auch ein Mann bei uns arbeiten.

8.    Grundleistungen
8.1.    Gruppenbezogene Leistungen

Aufnahmeverfahren
Wir befassen uns grundsätzlich mit jeder Anfrage und achten auf eine mögliche Passung der Kinder. Das Einverständnis und der Kooperationswille der Eltern ist erwünscht, jedoch nicht Voraussetzung.

Hilfeplanung
Die Einrichtung erstellt für das jeweilige Hilfeplangespräch nach § 36 SGB VIII einen schriftlichen Kurzbericht, aus dem Aussagen über die Entwicklung des Kindes zu entnehmen sind. In Absprache mit dem zuständigen Träger der Jugendhilfe werden alle Betroffenen zum vereinbarten Termin des Hilfeplangespräches eingeladen. Das betreffende Kind wird seinem Alter entsprechend in die Hilfeplanung einbezogen, d.h. es formuliert mit Unterstützung seine Wünsche und Bedürfnisse und soll gegebenenfalls auch persönlich am Hilfeplangespräch teilnehmen.

Erziehungsplanung
Die Hausleiterin der PL esperanza übernimmt die Verantwortung für die Umsetzung der im Hilfeplan genannten Ziele und dokumentiert die Entwicklung der Kinder in Bezug auf diese regelmäßig in Form von Entwicklungsberichten.

Alltagsgestaltung (Regel-Tagesablauf)

morgens
Das hauptamtliche Personal, in der Regel die Hausleiterin, begleitet das Aufstehen, die Morgentoilette sowie das Anziehen. Nach dem gemeinsamen Frühstück erfolgt der Besuch des Kindergartens bzw. der Schule. Am Vormittag werden alle anfallenden Aufgaben (z. B. Dokumentation, Verwaltung, Terminorganisation, Einkäufe, hauswirtschaftliche Tätigkeiten) erledigt.

mittags
Das Mittagessen wird vorbereitet und die Kinder aus dem Kindergarten bzw. der Schule abgeholt. Nach dem gemeinsamen Mittagessen besteht die Möglichkeit einer kurzen Ruhephase für die Kinder. Im Anschluss daran steht bei den schulpflichtigen Kindern die Hausaufgabenbetreuung im Vordergrund.

nachmittags
Wenn erforderlich werden Arzt- und Therapiebesuche in den Nachmittagsstunden durchgeführt. Die Freizeitgestaltung der Kinder folgt ihren individuellen Interessen und Bedürfnissen.

abends
Das Abendessen wird gemeinsam vorbereitet und findet mit allen Mitgliedern der Lebensgemeinschaft statt. Der Tag kann zusammen reflektiert, Alltagsgeschichten ausgetauscht und Pläne gemacht werden. Den restlichen Abend haben die Kinder zur freien Gestaltung (z. B. Spielen, Lesen,…).

Im Anschluss wird die Abendtoilette von den Mitarbeitern begleitet. Ein festes Zubettgeh-Ritual (Vorlesen, Kuscheleinheiten etc.) rundet den Tag ab und bietet noch einmal die Möglichkeit die 1:1-Situation für Gespräche zu nutzen.

Förderung der Persönlichkeitsentwicklung durch spezifische Angebote im Rahmen der Grundleistung in den Bereichen

  • Sozialkompetenzen (u. a. Konfliktfähigkeit)
    • Kompetenzerweiterung durch Förder-, Rollen-, Gesellschafts- und Einzelspiele
    • regelmäßige Reflexionsgespräche in der Gruppe und im Einzelkontakt zur Erhöhung der Frustrationstoleranz und Kritik- und Konfliktfähigkeit, Förderung der Kontaktfähigkeit u.a.
  • KulturtechnikenBesuch von kulturellen Veranstaltungen
    • Einsatz von klassischer und moderner, altersgerechter Literatur
    • Maßvoller Einsatz von medienkompetenzfördernden Unterhaltungsmedien wie gewaltfreie Filme, Computerspiele u. ä.
    • Nutzung externer örtlicher Ressourcen (z. B. Museen, Ausstellungen)
  • motorische Fähigkeiten
    • Wahrnehmungs- und Sinnesförderung durch kreative Angebote und Freizeitpädagogik (z. B. Sport, Werken, Malen, Spielen etc.)
    • Nutzung externer örtlicher Ressourcen (z. B. Spielplatz, Sport- und Freizeitangeboten, (Rad-) Wanderwege)
  • lebenspraktische Fähigkeiten
    • eigenverantwortliche Übernahme von angemessenen Aufgaben im Haushalt durch das Kind
  • Sonstiges
    • Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten der Kinder- und Jugendhilfe tibb und anderen externen Fachkräften

Gesundheitliche Vorsorge/medizinische Betreuung
Die Durchführung von regelmäßigen Kontrolluntersuchungen bei Ärzten und Fachärzten, in allen medizinisch relevanten Bereichen, wird durch das hauptamtliche Personal sichergestellt und begleitet.

Bildung, Art und Umfang der Unterstützung im Kontext Schule/Ausbildung
Die grundsätzliche Hausaufgabenbetreuung wird durch das hauptamtliche Personal vorgenommen. Die Möglichkeit der Inanspruchnahme gezielter externer Förderungsangebote ist im Bedarfsfall als Sonderleistung zu vereinbaren. Die Mitarbeiterinnen der PL esperanza pflegen eine enge Zusammenarbeit mit den Schulen.

Art und Umfang der Familienarbeit
Der Fokus der pädagogischen Arbeit liegt primär auf dem Kind, jedoch sind bei entsprechender Bereitschaft der Eltern folgende Angebote möglich:

Einbeziehung der Eltern/Elternteile in die Maßnahme:

  1. telefonische und persönliche Gespräche über die Hilfeplangespräche hinaus: Einbeziehung der Eltern, um Konkurrenzgefühle zwischen den Mitarbeitern und ihnen zu minimieren. Aufarbeitung des biographischen Hintergrunds. Erkennen gelebter Verhaltensmuster, um positive Änderungen herbeiführen zu können, Stärkung der Erziehungsverantwortung.
  2. Aufarbeitung der Hintergründe der Fremdunterbringung (Bearbeitung von kindlichen und/oder elterlichen Belastungen etc.).
  3. Perspektivenabklärung in Zusammenarbeit mit den Eltern/einem Elternteil (um unrealistische Perspektiven bei allen Beteiligten zu vermeiden), bis hin zu einer möglichen Reintegration in die Ursprungsfamilie.
  4. Durchführung, Gestaltung und Begleitung von Besuchskontakten und Heimfahrten.

Beteiligung der jungen Menschen

Kinder sind gleichberechtigte Partner, die aktiv an den für sie entscheidenden Prozessen mitwirken sollen. Die Mitarbeiterinnen der PL esperanza ermöglichen durch ihre persönliche, berufsethische und pädagogische Grundhaltung den ihnen anvertrauten Kindern eine Beteiligung, die an ihrer Lebenswelt ansetzt und sich an ihrem Alltag altersentsprechend orientiert.

Die Kinder werden unter Beachtung ihrer persönlichen und altersbedingten Besonderheiten aktiv in die Hilfeplanung einbezogen; wenn möglich nehmen sie an den Hilfeplangesprächen teil, wobei ihnen die Mitarbeiterinnen der PL esperanza unterstützend zur Seite stehen und sie somit zusätzlich befähigen, ihre eigenen Anliegen und Rechte wahrzunehmen.

Die Kinder werden in adäquater Sprache ausführlich und umfassend über ihre Rechte informiert und erfahren, wie sie diese sowohl innerhalb der PL esperanza (über die pädagogischen Mitarbeiterinnen, die pädagogische Leitung, den Kinderschutzbeauftragen) als auch extern (über das Kinder- und Jugendtelefon und Vertrauenspersonen) einfordern können.

Weitere Beispiele für eigenverantwortliche Beteiligung der Kinder:

  • Gestaltung des eigenen Zimmers
  • Mitwirkung bei der Gestaltung des Hauses und des Speiseplanes
  • Mitgestaltung des Lebensumfeldes
  • Mitwirkung bei der Urlaubs- und Freizeitplanung
  • individueller Einkauf von Bekleidung

Umgang mit Krisen/ Umsetzung Schutzauftrag nach § 8a SGB VIII
grundsätzlicher Umgang mit Krisen nach § 47 SGB VIII, des Weiteren:

  1. Die PL esperanza verpflichtet sich
    wichtige Ereignisse und Veränderungen beim Kind, wie z. B. schwere Erkrankungen, Unfälle oder andere Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls des Kindes (insbesondere sexuelle Übergriffe oder sonstige Fälle körperlicher oder psychischer Gewaltanwendung) der pädagogischen Leitung der igel-häuser unverzüglich mitzuteilen.
    Grundlegende Veränderungen und Ereignisse in der IPL legato, wie z.B. schwere Erkrankungen, persönliche Veränderungen, die sich nachhaltig auf den häuslichen Alltag und die Versorgung der Kinder auswirken, längere Abwesenheit der Hausleitung u. ä. der pädagogischen Leitung unverzüglich mitzuteilen.
  2. Der PL esperanza ist bekannt, dass eine Fachkraft des Trägers Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Wohls eines Kindes, unverzüglich der pädagogischen Leitung mitteilen muss.
  3. Die pädagogische Leitung organisiert ein Fallgespräch zur Risikoabschätzung unter Hinzuziehung des Kinderschutzbeauftragten des Trägers.
  4. Im Fallgespräch wird, wenn angezeigt, entschieden, wer in welchen Schritten und welchem Zeitraum mit dem Kind oder Jugendlichen und den Personensorge- oder Erziehungsberechtigten den wirksamen Schutz des Kindes organisiert, notwendige und geeignete Hilfen entwickelt und auf deren Inanspruchnahme hinwirkt (Schutzplan).
  5. Im Fallgespräch wird ein Termin bzw. – falls erforderlich – werden mehrere Termine zur Überprüfung der Wirksamkeit des Schutzplans vereinbart.
  6. Erweisen sich die angenommenen Hilfen als nicht ausreichend, um die Gefährdung abzuwenden, so informiert der Träger das Jugendamt hierüber und berichtet ihm über die bisher vorgenommenen Schritte.
  7. Der Träger ist zur Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen, die sich aus §§ 61 – 65 SGB VIII ergeben, verpflichtet.

Beendigung der Maßnahme

Rückführung
Die Planung der Rückführung erfolgt im Rahmen der Hilfeplanung. Die Kinder und Jugendlichen sowie deren Herkunftsfamilien werden bei einer, von allen Beteiligten gewünschten, Rückführung von den Mitarbeiterinnen der PL esperanza vorbereitet, begleitet und unterstützt.

Weitervermittlung
Die Mitarbeiter der PL esperanza sowie des Trägers beteiligen sich, wenn angezeigt, an der Suche nach einer geeigneten Anschlussmaßnahme für die Kinder und Jugendlichen. Wenn möglich wird ein trägerinternes Angebot vorgehalten.

Verselbstständigung
Die Betreuung von Jugendlichen/jungen Erwachsenen ist trägerintern über das Projekt  Betreutes Wohnen möglich.

Umgang mit Abbrüchen
Erfolgt eine ungeplante Beendigung der Maßnahme, ist Offenheit und Transparenz gegenüber allen Beteiligten von größter Bedeutung. Die kritische Überprüfung bezogen auf die Ursache des Abbruches ist maßgeblich für die Suche nach einer geeigneten Anschlussmaßnahme.

Während des gesamten Prozesses erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit dem jeweils zuständigen Jugendamt. Der Prozess der Beendigung wird von den Mitarbeitern der PL esperanza dokumentiert und es erfolgt die Erstellung eines Abschlussberichtes.

8.2.    Gruppenübergreifende/-ergänzende Leistungen

(Angaben zum durchschnittlichen zeitlichen Umfang pro Monat)

  • pädagogische Leitung/therapeutische Leistungen 27,20 Std.
  • Verwaltungsleistungen 16 Std.
  • Hauswirtschaftsleistungen 48 Std.
  • Technischer Dienst/Hausmeister 48 Std

Beratung
Die Beratung der Gruppenmitarbeiter/-innen findet durch die pädagogische Leitung sowie durch den zentralen Fachdienst der Kinder- und Jugendhilfe tibb statt. Dabei werden insbesondere Auffälligkeiten der Kinder unter verhaltenstherapeutischen und systemischen Aspekten analysiert und pädagogische Handlungsmöglichkeiten erarbeitet. Zu familientherapeutischen Fragestellungen im Zusammenhang mit der Elternarbeit wird der Familientherapeut des Zentralen Fachdienstes hinzugezogen.

Der Zentrale Fachdienst und die FachberaterInnen nehmen bewusst die Funktion des externen Beobachters ein, der ohne in das System verwickelt zu sein, die Auswirkungen der kindlichen Störungsbilder auf das System Lebensgemeinschaft erkennen und deuten kann. Dadurch sollen Überforderungs- und Krisensituationen aufgefangen bzw. im Vorfeld vermieden werden. Die Kenntnisse der kindlichen Störungsbilder (speziell die von stark traumatisierten Kindern) stellen hierfür eine Grundlage dar, um sowohl die Belange der Kinder als auch die der Mitarbeiter miteinander verbinden zu können.

Diagnostik
Der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut führt bei Bedarf allgemein gängige diagnostische Aufträge durch. Neben der allgemeinen pädagogischen Beobachtung innerhalb der Lebensgemeinschaft findet bei Bedarf in Zusammenarbeit mit den Kinder- und Jugendpsychotherapeuten eine systematische Erhebung von Materialien zum Verhalten der Kinder statt, die Grundlage für das pädagogische Handeln ist.

Therapeutische Maßnahmen
In den Fallkonferenzen werden die therapeutischen Maßnahmen geplant und koordiniert.

Krisenintervention
Die pädagogische Leitung und der Kinderschutzbeauftragte stehen in Krisensituationen jederzeit zur Beratung und Unterstützung zur Verfügung.

8.3.    Maßnahmen und Instrumente zur Qualitätsentwicklung

(Angaben zum durchschnittlichen zeitlichen Umfang pro Monat)*

  • Qualitätsmanagement 1 Std.
  • Supervision 4 Std.
  • Dienstbesprechung 8 Std.
  • Fortbildung 2 Std.
  • Dokumentation o.A. Std.
  • Evaluation o.A. Std.

* bezogen auf das Gesamtangebot der IPL esperanza

Die wesentlichen Instrumente der Qualitätsentwicklung und -sicherung sind Beratung und Coaching, die regelmäßige Supervision und Fortbildung sowie eine systematische Dokumentation der Entwicklung des Kindes. Außerdem werden im Rahmen einer zielorientierten Hilfeplanung die Prozesse laufend reflektiert und schriftlich gesichert.

Einmal in der Woche findet ein Teamgespräch aller Mitarbeiter statt, an dem in der Regel auch die pädagogische Leitung teilnimmt. Regelmäßig werden Fallgespräche mit dem therapeutischen Dienst für die intensive Reflexion des pädagogischen Handelns genutzt. Supervision und Coaching werden regelmäßig einmal im Monat genutzt. Jede Fachkraft nimmt mindestens einmal im Jahr an einer eintägigen Fortbildungsveranstaltung teil. Außerdem finden zu aktuellen Fragestellungen Fortbildungen des Netzwerkes confugium statt.

8.4.    Strukturelle Leistungsmerkmale

Personal
Für die Betreuung der Gruppe steht folgendes Personal zur Verfügung:*

  • Leitung 0,15
  • Verwaltung 0,10
  • Pädagogischer Dienst (Heil-, Sozialpädagogin/Hausleitung) 1,0
  • Pädagogischer Dienst (Erzieher/Sozialpädagogen (w/m)) 1,0
  • Pädagogischer Dienst (Erzieher/Sozialpädagogen (w/m)) 1,0
  • Therapeutischer Dienst/Co-Beratung 0,02
  • Hauswirtschaftskraft 0,3
  • Technischer Dienst/Hausmeister 0,3

* bezogen auf das Gesamtangebot der IPL esperanza

Als Vergütungsgrundlage dient der Haustarif. Es erfolgt eine Orientierung am TVöD. Es handelt sich bei der PL esperanza um eine familienanaloge Betreuungsform.

Die Gruppenkräfte arbeiten nach den Grundsätzen einer Lebensgemeinschaft. Die persönliche Haltung der Mitarbeiterinnen zum Thema Partizipation wird bei Neueinstellung erörtert und als positive Grundeinstellung gefördert.

Die Gruppe ist grundsätzlich mit einer pädagogischen Kraft besetzt.

Die Betreuung der Kinder erfolgt überwiegend von der Hausleitung, die gemeinsam mit ihrer Lebenspartnerin im Haus lebt. Die Wochenenden und Feiertage werden entsprechend des Dienstplanes mit einer Fachkraft besetzt. Die Nachtbereitschaft ist durchgängig gesichert. Urlaubs- und Krankheitstage werden gegenseitig vertreten.

Räumliche Gegebenheiten
Raumangebot

Die PL esperanza lebt in einem freistehenden geräumigen Einfamilienhaus. Das Haus liegt in einem ruhigen, kinderfreundlichen Siedlungsgebiet im Stadtteil X. Unser Haus liegt am Stadtrand von X und ist umgeben von Feldern und Wiesen. Das Stadtzentrum ist etwa 4km entfernt.

Das Haus wurde 1993 erbaut, es bietet eine Wohnfläche von ca. 250 m² sowie ca. 500 m² Garten. Das gesamte Haus ist unterkellert.

Im Erdgeschoss befindet sich ein großzügiger offener Wohn-, Spiel- und Essbereich mit Übergang in die Küche. Im geräumigen Eingangsbereich befinden sich die Garderobe und ein Gäste-WC. Ebenfalls im Erdgeschoss befinden sich das Schlafzimmer und das Bad der Hausleitung. Über ein  offenes Treppenhaus gelangt man in das obere Stockwerk. Hier befinden sich drei geräumige Kinderzimmer sowie ein großes helles Kinderbad mit Badewanne und Dusche. Die Kinder teilen sich dieses Badezimmer. Das Büro/Bereitschaftszimmer befindet sich ebenfalls im Obergeschoss.
Im gut ausgebauten Untergeschoss  befindet sich neben Wasch-, Anschluss- und Heizungsraum ein Bereich für eine zweite Garderobe. Ein weiterer großer Raum bietet viel Platz und Möglichkeiten zum Werken und kreativen Gestalten. Ein kleinerer Raum steht zum Toben und Spielen zur Verfügung. Das gesamte Haus bietet reichlich Rückzugs- und Spielmöglichkeiten und bleibt dabei trotzdem überschaubar.

Der Garten ist eingezäunt und über den Wohnraum bzw. die Terrasse und durch die Garage zu betreten. Die Rasenfläche bietet Platz zum Spielen und Toben. Die große überdachte Terrasse bietet außerdem die Möglichkeit auch bei regnerischem Wetter im Freien zu Spielen und zu Werken.

Eigentum/Miete/Pacht
Das Haus befindet sich im Mietverhältnis der Lebensgemeinschaft. Die Untervermietung erfolgt durch die Lebensgemeinschaft an den Träger.

Art der Versorgung
Die hauswirtschaftliche Versorgung der Lebensgemeinschaft ist vollkommen eigenständig. Die pädagogischen Mitarbeiterinnen werden durch eine Hauswirtschaftskraft und einen Hausmeisterdienst unterstützt.

Fuhrpark
Der PL esperanza steht ein Dienstwagen zur Verfügung.
Außerdem besteht eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.

Sonstiges
Der PL esperanza steht ein internetfähiger PC sowie Drucker/Faxgerät zur Verfügung.

8.5.    Sonderaufwendungen im Einzelfall

Folgende Sonderaufwendungen im Einzelfall werden nach dem Individualprinzip erbracht:

  • Taschengeld
  • Familienheimfahrten
  • Erstausstattung Bekleidung

Des Weiteren verweisen wir auf den Rahmenvertrag nach § 78 SGB VIII des Landes Niedersachsen.

II. Individuelle Sonderleistungen
Darstellung der von der Einrichtung angebotenen individuellen Sonderleistungen in Abgrenzung zu den Grundleistungen

Folgende individuelle Sonderleistungen können nach Bedarf zeitnah organisiert werden:
Diagnostik
Bei speziellen Fragestellungen, z. B. genaue Untersuchung von Teilleistungsschwächen mit Ableitung einer differenzierten Therapie oder schweren neurotischen Störungen kann der app. Kinder- und Jugendpsychotherapeut oder können externe klinische Psychologen hinzugezogen werden.

Therapeutische Leistungen
Therapeutische Einzelförderungen werden von externen Fachleuten oder durch den app. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten durchgeführt.

Der Einsatz von individuellen Sonderleistungen muss im Hilfeplangespräch erörtert worden sein und sollte vom zuständigen Träger der Jugendhilfe, den Personensorgeberechtigten sowie der Einrichtung gleichermaßen befürwortet werden.

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